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Urlaubsrezensionen

Hallo meine Lieben,
ich war in den letzten Tagen am Strand und habe viel Zeit in der Sonne am Meer mit Lesen verbracht. Dabei habe ich zwei Bücher verschluckt, über die ich euch nun berichte.

Das erste Buch war Puppenfluch von Ewa Chr. Johansson und Kristina Sjögren. Ich muss ehrlich sagen unter dem Genre Thriller und dem Titel "Puppenfluch" habe ich mir wirklich etwas spannungsgeladeneres und horrormäßigeres vorgestellt. Trotzdem lies sich das Buch schnell und leicht lesen und es war meiner Meinung nach ganz in Ordnung für Jugendliche.
256 Seiten - dtv Verlagsgesellschaft - 2012 - 6,95€ - 14-16 Jahre
Die junge Siri arbeitet nebenbei auf dem Flugplatz. Eines Nachts beobachtete sie, wie ein Mädchen mit einem Flugzeug außerhalb der Flugzeiten landet und von Männern gegen ihren Willen in einen schwarzen PKW verschleppt wird. Dass dieses Vorgehen nicht für Siris Augen bestimmt war, wusste sie sofort. Anstatt gleich ihrer Mutter oder Polizei alles zu erzählen, machte sie sich selbst auf die Jagd nach den Männern, welche für dieses mysteriöse Geschäft verantwortlich waren. Dass sie dafür aber fast mit dem Leben bezahlt, wird der kleinen naiven Siri fast bis zum Ende hin einfach nicht bewusst.


Fazit: Es wurde nicht langweilig dieses Buch zu lesen, da doch wirklich immer wieder etwas Neues passierte. Allerdings hat mich die Protagonistin Siri nach der Hälfte des Buches ein wenig genervt, denn wer ist denn bitte so naiv und doof (tschuldigung für diese Ausdrucksweise) und begibt sich nach einem gescheiterten Mordversuch immer wieder in gefährliche Situation. Ich glaube, das war ein bisschen überspitzt dargestellt von den Autoren. Trotzdem ist es eine interessante und spannende Geschichte mit Wendungen, welche aber ab dem letzten Drittel des Buches ein wenig vorhersehbar waren. Als kleine Geschichte für Zwischendurch zum Abschalten am Strand für Jugendliche, war es in Ordnung!


Das zweite Buch war etwas komplett Neues für mich, denn ich habe mich an "AMON - Mein Großvater hätte mich erschossen" von Jennifer Teege und Nikola Sellmair herangetraut.
Das war wirklich eine ganz andere Richtung von Buch als ich sonst lese aber ich muss sagen, mir hat es wirklich gefallen. Es war lehrreich, interessant, tiefgründig und lies sehr gut in die Gefühle von Jennifer Teege hineinblicken. Wobei ich sagen muss, dass ich ihre Meinung und ihre Taten oftmals nicht wirklich nachvollziehen kann und glaube, dass sie sich in vielen Situationen selbst im Weg stand.

  
    AMON -  272 Seiten - Rowohlt Taschenbuchverlag - 2014 - 9,99€
Jennifer Teege ist Tochter einer Deutschen und eines Nigerianers, welche mit wenigen Wochen ins Heim kam und mit 7 Jahren von einer Pflegefamilie adoptiert wurde. Im Alter von 38 Jahren fiel ihr ein Buch in die Hände, welches nicht nur eine einfach Bibliografie über eine Frau aus der Nazizeit war, sondern die Lebensgeschichte ihrer leiblichen Mutter. Somit erhielt ihr Leben eine drastische Wendung und sie fand heraus, dass sie die Enkelin des KZ-Kommandanten Amon Göth ist. Wer ihn nicht kennt, er ist derjenige, der in dem bekannten Film "Schindlers Liste" einfach so Menschen umgebracht hat, weil er gerade Lust darauf hatte und es ihm Spaß machte. Dies trifft sie wie ein Stich ins Herz und sie hätte sich gewünscht, nicht weiter nach ihrer Herkunft gesucht zu haben. Somit versuchte sie sich mit damit zu arrangieren und wollte mehr über ihre Mutter und Großeltern herausfinden. Dabei machte sie sich auf den Weg nach Krakau und Ausschwitz und versucht nachzuvollziehen, wie ihre Vorfahren gelebt, geliebt und weggeschaut haben.

Fazit:  Das Buch behandelt viele interessante Ansichten aus Jennifers Leben. Ihr Leben mit der Adoption, ihr Leben in Israel und ihre jüdischen Freunde, ihre Beziehung zu ihrer Mutter und Großmutter und ihre Depressionen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es war nicht nur super interessant mehr über die Nazizeit aus der Sicht einer Enkelin zu erfahren sondern auch mehr Informationen über das Wegschauen vieler Beteiligter zu erhalten. Wie viele Frauen der KZ-Männer einfach verleugnen, dass sie je mitbekommen hätten, dass Menschen einfach so ermordet oder gefoltert wurden, das ist für mich einfach unvorstellbar. Jennifers Ansicht kann ich oftmals aber auch nicht so ganz nachvollziehen. Beispielsweise vermied sie den Kontakt zu ihren jüdischen Freunden, nachdem sie erfahren hat wer ist Großvater ist, weil sie sich Vorwürfe gemacht hat, dass sie ja irgendwo doch Schuld wäre an dem Tod deren Vorfahren. Das ist ein Gedanke, mit welchem ich mich einfach nicht anfreunden kann. Jeder Mensch ist für seine eigenen Taten verantwortlich und nur weil der Großvater ein grausamer Mensch war, muss man selbst nicht so sein. Denn dieses Denken oder die Taten sind nicht vererbbar. Daher hätte ich keinen ihrer Freunde verstanden, der sich von ihr abgewendet hätte, nachdem er das erfahren hätte. Doch Jennifer zerbrach sich so sehr darüber den Kopf, dass sie den Kontakt zu ihnen fast abbrach. Natürlich hätte man das nicht gleich nachdem man selbst damit konfrontiert wurde, weitererzählen müssen, doch mehrere Jahre hätte man damit auch nicht warten müssen. Sie muss oder sollte sich keiner Schuld bewusst sein, sie ist doch wirklich das komplette Gegenteil ihres brutalen Großvaters. Dennoch fühlt sie sich schuldig und schlecht für das, was ihre Großeltern damals getan haben, was ich teilweise auch noch ein wenig nachvollziehen kann, denn das Wegschauen ihrer Großmutter und das Abstreiten, dass sie niemals mitbekommen hätte, dass ihr Großvater einfach so Juden erschossen hätte, das hätte mich auch stutzig und wütend gemacht. Dennoch bin ich der Meinung, dass Jennifer teilweise ein wenig zu sensibel reagiert hat. Beispielsweise als sie herausfand, wer ihre leibliche Eltern sind, hat sich von dem Tag an ihre Adoptiveltern nur noch beim Namen genannt und nicht mehr mit "Mama" oder "Papa" angeredet. Ich mein, was kann es Schlimmeres geben, als dass ein Kind, das man jahrelang großzieht, auf einmal nicht mehr "Mama/Papa" sagt. Das hat mir gezeigt, dass sie ein bisschen zu kleinlich mit all dem umgegangen ist und vielleicht nicht gemerkt hat, wie sehr sie die Menschen um sich herum verletzt hat.
Insgesamt ist das Buch dennoch eine Empfehlung für diejenige, die sich gerne etwas mit der Vergangenheit auseinandersetzen wollen und dies aus der Sicht einer unschuldigen Enkelin eines kranken KZ-Kommandanten.


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